CBD Öl – Alleskönner für die Gesundheit

Cannabisprodukte sind schon lange bekannt. Die Pflanze kommt ursprünglich aus China. Von dort verbreitete sie sich über den Nahen Osten und Afrika bis nach Europa und schließlich nach Amerika. Ihre Beliebtheit verdankt sie zwei Nutzungsfaktoren. Schon früh wurde sie für die Herstellung von Kleidungsstücken, Seilprodukten und anderen Industriegütern verwendet. Die Menschen entdeckten aber auch die Rauschwirkung sehr schnell. In Indien wurden Cannabisbestandteile schon sehr früh als Rauschmittel bei religiösen rituellen Handlungen verwendet. Diese Nutzungsweise fand einen vorläufigen Höhepunkt mit der Ausbreitung der Pflanze in die islamischen Länder. Das hängt mit dem generellen Alkoholverbot im Islam zusammen. Cannabis gilt hingegen als legale Droge und konnte sich deshalb sehr schnell in den angeschlossenen Ländern verbreiten. In Europa und Amerika verlief die Entwicklung zweigeteilt. Hanfprodukte wurden bis ins 19. Jahrhundert noch sehr stark industriell genutzt, bevor sie im Rahmen der industriellen Revolution von anderen Stoffen verdrängt wurden. Besonders in Insiderkreisen besaß Cannabis als Droge damals Kultstatus. Das gesundheitliche Potenzial von Cannabisprodukten wurde auch schon früh erkannt. Alte Schriften belegen, dass die Wirkstoffe der Pflanze in China und Indien schon vor mehr als 3000 Jahren als Heilmittel benutzt wurden. Auch von Hippokrates gibt es Überlieferungen, dass er Cannabis als Heilpflanze schätzte. In Europa waren Arzneimittel aus Cannabis im 19. Jahrhundert sehr beliebt. Sie wurden für die verschiedensten Krankheiten eingesetzt. Die Versuche, sie fest in der medizinischen Versorgung zu etablieren, scheiterten aber im frühen 20. Jahrhundert an der zunehmenden rationalistischen Orientierung der modernen Medizin. Diese Entwicklung war der Ausgangspunkt für die pharmakologische Ausrichtung der Medizin wie wir sie auch heute noch kennen. Seit den 2000er Jahren gerät Cannabis als Heilpflanze immer mehr in den Fokus der Gesundheitsszene. Das hat maßgeblich mit CBD (Cannabidiol) zu tun.

Die Wirkstoffe der Cannabispflanze

Obwohl die gesundheitlichen Wirkungen von Cannabis schon sehr lange bekannt waren, blieben die Wirkzusammenhänge über Jahrtausende im Verborgenen. Das änderte sich in den 1960er Jahren mit der Entdeckung und der Beschreibung der sogenannten Cannabinoide durch den israelischen Chemiker Raphael Mechoulam. Er

ermöglichte damit die Einordnung dieser Substanzen in die botanische und medizinische Systematik. Cannabinoide sind hochaktive Wirkstoffe der Cannabispflanze mit einem weit gefächerten Wirkungsspektrum im menschlichen Körper. Der bekannteste Vertreter dieser Substanzklasse ist THC (Tetrahydrocannabinol). Es ist für die psychoaktiven Zustände durch Cannabiskonsum verantwortlich. Deshalb hat es sich in den Jahren nach seiner Entdeckung weltweit exorbitant als Droge verbreitet. Das durchaus vorhandene gesundheitliche Potenzial blieb durch diesen Fokus lange im Verborgenen. Dieser Blickwinkel änderte sich erst in den 2000er Jahren, als die Gesundheitsszene auf das zweithäufigste Cannabinoid aufmerksam wurde. Damit ist CBD gemeint. Ihm wird wie THC ein unglaubliches gesundheitliches Potenzial zugesprochen. Es hat aber den entscheidenden Vorteil, dass es keine psychoaktive Wirkung besitzt. Ein weiterer Schritt, um die Wirkzusammenhänge von Cannabissubstanzen besser verstehen zu können, gelang mit der Entdeckung des sogenannten Endocannabinoid Systems.

Das Endocannabinoid System

Einige Jahre nach der Entdeckung von THC und CBD und weiteren Cannabinoiden aus der Cannabispflanze konnte eine amerikanische Forscherin körpereigene Substanzen mit ähnlichen Wirkungen nachweisen, die Endocannabinoide. Im weiteren Verlauf stießen die Mediziner schließlich auf ein System, das die Cannabinoide nutzen, um ihre Effekte in bestimmte Körperregionen und Organe zu übertragen. Sie bezeichneten es als Endocannabinoidsystem. Es besteht aus einem Netzwerk von Rezeptoren, das sich über den gesamten Körper ausbreitet. Es gibt aber Zonen, in denen die Rezeptordichte besonders hoch ist. Dazu gehören das Gehirn und andere Teile des Nervensystems, der Verdauungstrakt, das Immunsystem und Zellen, die für den Knochenstoffwechsel wichtig sind. Die erhöhte Konzentration in bestimmten Regionen legt den Schluss nahe, dass die Wirkung der Cannabinoide dort besonders stark ist. Unzählige Erfahrungsberichte von Menschen mit gesundheitlichen Problemen bestätigen diese Vermutung. Die genaueren Zusammenhänge sind aber noch nicht bis ins Detail erforscht. Bisher konnten zwei Rezeptortypen identifiziert werden, die dem Endocannabinoid System fest zugeordnet werden. Der Cannabinoid Rezeptor 1 (CB 1) ist besonders im Gehirn und anderen Nervenzellen verbreitet. Dort ist er Anlaufstelle für bestimmte Endocannabinoide und THC. Sie aktivieren über diesen Zugang die Vorgänge, die die psychoaktiven Effekte hervorrufen. CBD wirkt an diesem Rezeptortyp als Antagonist. Es kann die Stärke des Reizes durch die anderen Cannabinoide reduzieren und damit ihre Rauschwirkung abschwächen. Der Cannabinoid Rezeptor 2 befindet sich in den Membranen von Immunzellen und Zellen, die für den Knochenauf- und -abbau zuständig sind. An diesen Sensoren ist CBD als Agonist tätig und damit aktiv an Immun- und Reparaturprozessen beteiligt. Im Rahmen weiterer Untersuchungen sind noch andere Rezeptortypen entdeckt

worden, die wahrscheinlich auch dem Endocannabinoid System zuzuordnen sind. Auch an ihnen ist CBD tätig. Über die Aktivierung des sogenannten Vanilloid Rezeptors kann es zur Schmerzreduktion beitragen. Die Forscher nehmen an, dass mehrere G-Protein gekoppelte Rezeptoren (GPR18, GPR119 und GPR55) ebenfalls zum Cannabinoid System gehören. Erste Forschungsergebnisse deuten drauf hin, dass CBD den GRP55 Prozessor, der maßgeblich an der Entstehung bestimmter Krebsarten beteiligt ist, hemmen kann. Damit könnte es zukünftig als Gegenmittel gegen Krebs infrage kommen.

CBD – Wirkungen und Anwendungsgebiete

Unzählige Erfahrungsberichte von Betroffenen legen den Schluss nahe, dass das Wirkungsspektrum von CBD praktisch unbegrenzt ist. Leider können diese Erfahrungen bisher nicht flächendeckend von medizinischen Studien belegt werden. In dieser Hinsicht hängt die Wissenschaft der Empirie noch hinterher. Insbesondere fehlen Langzeitstudien mit einer genügend großen Probandenzahl, um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern. Die Aktivität in diesem Bereich nimmt aber stetig zu. Einige Teilergebnisse können die Erfahrungen der Nutzer bestätigen. Kleinere spezifische Studien haben auch schon dazu geführt, dass CBD in besonderen Fällen als Arzneimittel zugelassen wurde, zum Beispiel zur Lösung von spastischen Tonuserhöhungen bei Multipler Sklerose oder zur Reduzierung der Anfallsintensität bei kindlicher Epilepsie. In Deutschland können Ärzte CBD Präparate unter bestimmten Voraussetzungen als Arzneimittel verschreiben. Dazu gehören chronische austherapierte Schmerzsyndrome, MS und die Begleittherapie bei Krebserkrankungen. Die Bandbreite möglicher Wirkungen von CBD scheint aber noch viel größer zu sein. Im Zentralnervensystem beschränkt sie sich nicht nur auf die Minderung der psychoaktiven Effekte der anderen Cannabinoide. Es wirkt grundsätzlich entspannend, Krampf und Angst lösend und reduziert Stimmungsschwankungen. Das sind Prozesse, die sich bei vielen psychischen Störungen positiv bemerkbar machen können, besonders bei depressiven Verstimmungen oder manifesten Depressionen. Bei jüngeren THC Nutzern kann es die Gefahr mindern, an einer Psychose oder Schizophrenie zu erkranken. Der krampflösende Effekt wird auch von vielen Patienten beschrieben, die an anderen neurologischen Erkrankungen mit Tonusstörungen leiden. Das können zum Beispiel die Folgen eines Schlaganfalls oder der Parkinsonkrankheit sein. Ein für Betroffene wichtiger Symptomkomplex, bei dem CBD zum Einsatz kommen kann, sind Schmerzen, vor allem chronische Schmerzsyndrome. Es kann über verschiedene Wege in das Schmerzgeschehen und die Schmerzwahrnehmung eingreifen. Im Zentralnervensystem kann es die Aktivität der absteigenden hemmenden Nervenbahnen verstärken. Dadurch werden Schmerzsignale auf Rückenmarksebene weggehemmt und gelangen nicht zu den Wahrnehmungszentren im Gehirn.

Gleichzeitig kann CBD die Sensibilität der Schmerzsensoren in der Peripherie und damit die Stärke der Schmerzsignale reduzieren. Zusätzlich ist es in der Lage, das Milieu im geschädigten oder erkrankten Gewebe zu beeinflussen, sodass weniger freie Radikale anfallen, die die Schmerzrezeptoren reizen. Alle drei Prozesse können Schmerzen effektiv lindern. Auch der entzündungshemmende Effekt von CBD wird vielfach beschrieben. Er besteht in erster Linie darin, die Stoffwechselvorgänge bei einer Entzündung zu normalisieren und zu harmonisieren. Dadurch wird der für die Heilung wichtige Entzündungsprozess nicht unterdrückt, die negativen Folgen für den Körper aber vermindert. Die Wirkungen von CBD beim Dravet und Lennox Gastaut Syndrom sind wissenschaftlich belegt. Beide Erkrankungen beschreiben frühkindliche Epilepsieformen, die durch häufige Anfälle mit hoher Intensität gekennzeichnet sind. Dass CBD beides signifikant reduzieren kann, haben amerikanische Studien nachgewiesen. Die Ergebnisse haben dazu geführt, dass es in Amerika für die beiden Krankheitsbilder als Medikament zulässig ist und vom Arzt verschrieben werden kann. CBD werden grundsätzlich Zell schützende Wirkungen zugeschrieben, die sich auch bei der Behandlung von Krebserkrankungen als nützlich herausstellen könnten. Studien dazu laufen bereits. In der Zwischenzeit hat sich CBD aber als hilfreiches Begleitmedikament herauskristallisiert, um die negativen Folgen klassischer Krebstherapien zu reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Chemotherapie, aber auch Antriebs-und Appetitlosigkeit, die verminderte Leistungsfähigkeit und die emotionale Belastung.

CBD und Nebenwirkungen

CBD Präparate lösen anders las THC keine psychoaktiven Effekte aus. Auch Nebenwirkungen sind selten zu beobachten. Eine sehr hohe Dosierung kann zu Symptomen wie Benommenheit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Durchfall führen, besonders zu Beginn der Anwendung. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit verschwinden sie in der Regel sehr schnell wieder. Die hoch dosierte Anwendung kann in Verbindung mit klassischen schulmedizinischen Medikamenten zu Wechselwirkungen führen. In dem Fall ist die Konsultation eines Arztes anzuraten.

Anwendungsformen von CBD

In den letzten Jahren hat sich der Markt für CBD Produkte unglaublich weiter entwickelt, sodass heute eine Vielzahl verschiedener Präparate zur Verfügung steht. Neben CBD Ölen werden CBD Kapseln, CBD Liquid, Salben und Cremes und andere Anwendungsformen angeboten. Allen ist in Deutschland eins gemeinsam. Sie dürfen nur unter der Voraussetzung vertrieben und gekauft werden, dass der THC-Restgehalt 0,2 % nicht übersteigt. Nur dann kann jeder CBD Öl kaufen, ohne rechtliche Konsequenzen aufgrund des Betäubungsmittelgesetzes befürchten zu müssen. CBD Öl ist der Klassiker unter den Hanfprodukten. Das hängt nicht zuletzt mit seiner einfachen Handhabung zusammen. Es wird aus speziell gezüchteten Hanfsorten gewonnen, die nur sehr wenig THC enthalten. Das Cannabidiol wird in schonenden Verfahren extrahiert und mit hochwertigen Trägerölen gemischt. So entstehen CBD Öle mit verschiedenen Konzentrationen. Am gängigsten sind Lösungen mit zwei bis 10 % CBD, aber auch höherprozentige Anwendungen sind möglich. Das Öl kann mit der Nahrung oder Getränken vermischt eingenommen werden. Eine schnellere Resorption wird erzielt, wenn die gewünschte Dosis unter die Zunge getropft wird und vor dem Schlucken dort einige Zeit verbleibt. Die Aufnahme der Wirkstoffe beginnt dann schon über die Mundschleimhaut und muss nicht den Verdauungstrakt durchlaufen. Die Dosierung ist sehr individuell. Besonders Erstanwender sollte sich langsam an die für sie wirksame Dosis heranschleichen. Am besten sollten sie ein CBD Öl kaufen, das eine niedrige Konzentration hat und mit drei Tropfen dreimal am Tag beginnen. Im weiteren Verlauf die Wirkungen beobachten und allmählich die Dosierung steigern, bis der erwünschte Effekt eintritt. Diejenigen, die der bittere Geschmack des Öls stört, können alternativ CBD Kapseln einnehmen. Die Geschmacksirritation entfällt, allerdings dauert es länger, bis die Wirkstoffe über den Verdauungstrakt frei gegeben werden. CBD Blüten können auch unverarbeitet erworben werden und zum Rauchen im Joint oder der Bong benutzt werden. Eine Alternative dazu ist CBD Liquid für E-Zigaretten und Vaporizer. Beide Anwendungen haben den Vorteil, dass die Wirkstoffe direkt über die Lungenkapillaren ins Blut und zu ihrem Wirkort gelangen. Kritiker warnen aber vor den schädlichen Wirkungen des Rauchens. Die Produktpalette wird abgerundet mit Präparaten zu äußerlichen Anwendungen auf der Haut. Neben Cremes zur kosmetischen Anwendung stehen auch spezielle Salben zur Verfügung, die bei Reizungen oder Erkrankungen der Haut aufgetragen werden. Noch relativ neu im Portfolio von CBD Produkten ist CBD Bier. Dabei wird normal gehopftem Bier ein gewisser Prozentsatz an CBD zugesetzt. Dadurch entsteht ein CBD Bier mit einem besonderen Geschmack, der sich durch seine grüne, leicht bittere Note auszeichnet. Da CBD keine psychoaktive Potenz besitzt, sind keine Wechselwirkungen mit Alkohol zu befürchten